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Familienbildung: DER Treffpunkt für Eltern!

Sie möchten andere Mütter und Väter treffen? Sie sind genervt von Kinder-Knatsch und Teenie-Trotz? Sie haben Fragen rund um Familie und Erziehung, Ernährung, Gesundheit ...? Dann los zu den Angeboten der Familienbildung. Dort erwarten Sie entspanntes Miteinander, tolle Aktivitäten, Austausch und Profi-Tipps zu allen Familienfragen! Lernen Sie hier die Familienbildung kennen:

Kurz vorgestellt

Drei Frauen schauen lachend in die Kamera. Im Hintergrund: eine Burg.

Von links: Dr. Hülya Düber, Monika Kraft, und Christiane Matzewitzki. Und für alle, die noch nie in Würzburg waren: Die stolze Burg im Hintergrund ist die Festung Marienberg.

Familienbildung: ein aktuelles, vielfältiges und wichtiges Thema! Warum Familienbildung einfach toll ist, was sie leistet und wer mitmachen kann, haben uns drei Fachfrauen aus Würzburg erklärt: Dr. Hülya Düber ist als städtische Sozialreferentin unter anderem für die Familienbildung in Würzburg verantwortlich. Monika Kraft leitet stellvertretend den Fachbereich Jugend und Familie, Christiane Matzewitzki betreut die Koordinierungsstelle Familienbildung.

Was ist Familienbildung?

GESAGT

„Niemand kommt als Mutter oder Vater auf die Welt! Die Familienbildung unterstützt, berät und fördert Eltern rund um die Erziehung ihrer Kinder und erweitert ihre Kompetenz.“

Familienbildung: alles, was Eltern guttut und stärkt

Manchmal haben Mütter und Väter das Gefühl: Elternsein besteht nur aus Fragen. Auf jeden Fall beim ersten Kind. Oft auch beim zweiten. Und beim dritten ist auch vieles wieder neu ... „Kann ich jetzt schon Brei zufüttern?“ – „Mein Sohn wird großer Bruder, wie bereite ich ihn vor?“ – „Wie bleiben Kinderzähne gesund?“ – „Wie viel Surfzeit ist okay?“ – „Wie überstehen wir die Pubertät?“ Antworten auf diese und alle anderen Familienfragen bekommen Eltern in der Familienbildung:

  • Von Profis, zum Beispiel von Familienhebammen und Fachkräften aus der Erziehungsberatung. Sie gehen ganz konkret auf jede Frage ein und verraten Eltern viele bewährte Tricks.
  • Aber auch (und das ist eine weitere Stärke der Familienbildung) von anderen Müttern und Vätern. Mit denen können sie sich austauschen, ganz locker und entspannt. „Oft ist geteiltes Leid schon halbes Leid“, erlebt Christiane Matzewitzki. Wenn junge Eltern erfahren, dass auch andere Mütter und Väter schlaflose Nächte haben, spüren sie: Wir sind nicht allein. Und: Wir machen nichts falsch, das ist normal (und geht vorüber!).

Familienbildung: was Eltern wissen wollen (FAQs)

Familienbildung ist eine gesetzlich festgeschriebene Aufgabe der Jugendhilfe und wird bayernweit angeboten, in der Stadt und auf dem Land:

  • Bei Wohlfahrtsverbänden, Beratungsstellen, Familienzentren ...
  • Und vor allem: in den Familienstützpunkten.

Familienstützpunkte sind zum Beispiel an Kitas, Mütterzentren oder Mehrgenerationenhäuser angegliedert.

Tipp! So finden Sie eine Anlaufstelle in Ihrer Nähe

Beim Bayerischen Sozialministerium finden Sie Infos und alle Standorte der bayerischen Familienstützpunkte.

Ihr Ort ist nicht dabei? Dann geben Sie zum Beispiel bei Google einfach Ihren Wohnort + „Familienbildung“ ein. Die Suchmaschine listet dann die Anlaufstellen in Ihrer Nähe auf.

Monika Kraft: „Schauen Sie auch in Ihrer Nachbarschaft mal genauer hin: Vielleicht entdecken Sie den Aushang mit der Einladung zum Flohmarkt im Familienzentrum oder den Bollerwagen vom Eltern-Treff. Die meisten Mütter und Väter kommen übrigens über persönliche Kontakte zur Familienbildung!“

 

  • Alle Eltern, ob als Paar, getrennt oder alleinerziehend.
    Und egal, ob gerade das erste Kind unterwegs ist oder schon Teenies für jede Menge Trubel (und Fragen) sorgen.
  • Und alle, die regelmäßig oder ab und zu Verantwortung für die Kids übernehmen:
    zum Beispiel die Großeltern, die als Babysitter einspringen, oder die Patin, die für die Kids eine wichtige Bezugsperson ist.

„Vor allem Frauen haben oft das Gefühl, sie haben Defizite, wenn sie sich Rat holen“, weiß Dr. Hülya Düber. Doch genau das Gegenteil ist der Fall, findet die Fachfrau. „Früher konnten die Großeltern die jungen Eltern stärken. Heute wohnen sie oft nicht mehr am selben Ort.“ Da sei es doch kein Zeichen von Schwäche, sondern sogar sehr schlau, sich zum Beispiel im Mütter-Treff Rat zu holen. „Es gibt ja auch ständig neue Entwicklungen in der Gesellschaft, zum Beispiel die Folgen der Corona-Pandemie für Kinder, neue Medienthemen, Fragen rund um die Bewegung ... Auch wir als Fachleute müssen uns immer wieder neu informieren.“

GESAGT

„Familienbildung: Das klingt hölzern, ist aber ganz lebensnah. Unsere offenen Treffs sind richtige Türöffner, sie füllen den Begriff mit Leben!“

Familienbildung, ganz nah an den Bedürfnissen der Eltern, bietet Praxis pur. Es geht um praktische, handfeste Themen aus dem Familienalltag. Und darum, etwas gemeinsam zu machen. Ein Beispiel von Monika Kraft: „Beim Thema Jugendliche und Zocken wird mit den Eltern gezockt, damit sie erleben, wie faszinierend diese Welt für ihre Kinder ist!“ Mit einer solchen Erfahrung fällt es Eltern leichter, Medien- und Zock-Zeiten mit ihren Kids auszuhandeln.

Auch bei der Familienbildung gibt es Trendthemen und Dauerbrenner, zum Beispiel:

  • Medien: Von TV- und Chat-Zeit bis zur Sicherheit im Netz.
  • Ernährung und Gesundheit: vom ersten Brei über den Streit ums Fast Food bis zur Frage: Wie wecke ich Lust auf Bewegung?
  • Balance: Wie kann ich Familie und Beruf gut vereinbaren?
  • Struktur: Wie kriegen wir unseren Familienalltag gut organisiert?

Ihr Thema ist nicht dabei? Kein Problem, die Profis der Familienbildung sind auch mit allen anderen Familienthemen vertraut.

GESAGT

„Die Sozialpädagogin im Familienstützpunkt greift Ihre Themen auf und bezieht auch die anderen Mütter und Väter mit ein. Sie ist eine Moderatorin, überlegt mit den Eltern gemeinsam Lösungsmöglichkeiten, gibt praktische Tipps zur Erziehung oder organisiert entsprechende Elternkurse.“

Monika Kraft: „Ja, es gibt nicht nur Eltern- und Mütter-Treffs, sondern auch reine Väter-Treffs mit tollen Angeboten, vom Kochen mit Papa über die Sportbaustelle – eine Art Zirkeltraining – bis zum Walderlebnistag. Das wird sehr, sehr gut angenommen. Während der Corona-Pandemie sind auch viele digitale Angebote entstanden; die gucken sich oft beide Eltern gemeinsam an.“

Den ganzen Tag allein mit einem Baby (und vielleicht auch die ganze Nacht, wenn Sie allein erziehen): Das ist anstrengend und manchmal auch richtig öde.

Sie brauchen dringend Abwechslung, nette Leute zum Reden? Dann nichts wie auf zur Familienbildung!

Christiane Matzewitzki: „Bei den Angeboten der Familienbildung gibt es ein sehr gutes Miteinander. Dort können Eltern alle Sorgen und Fragen loswerden: dass Sie sich oft unsicher fühlen, genervt sind, dass Ihnen die Decke auf den Kopf fällt. Die Sozialpädagogin vor Ort, zum Beispiel im Eltern-Treff, greift Ihre Themen auf und bezieht auch die anderen Mütter und Väter mit ein. Sie ist eine gute Zuhörerin, eine Moderatorin und bringt ihr Fachwissen zu Erziehungsthemen gezielt ein. Angebote der Familienbildung geben dem Familienalltag wieder eine Struktur und stärken Eltern. Die gemeinsamen Aktivitäten machen Spaß, die Verabredungen mit anderen Eltern tun richtig gut.

Dr. Hülya Düber: „Im Fernsehen und in den sozialen Medien sind die Mamas immer schlank, top gestylt und gut drauf. Da fällt es Eltern und vor allem Müttern schwer zu sagen: `Mir geht es nicht so gut.´ Aber: Es geht auch ALLEN anderen Müttern so.“ In den Angeboten der Familienbildung erleben Eltern, dass sie mit ihren Problemen, Tiefs und Krisen nicht allein sind. Sie können sich Kraft holen. Und bei Problemen gibt es genau die passende Unterstützung.

GESAGT

„Angebote der Familienbildung ermöglichen insbesondere auch Alleinerziehenden, ihre sozialen Kontakte im Quartier auszubauen und zu beleben.“

Mit Bildern erklärt: Familienstützpunkte

An einem Schaufenster hängt ein Schild mit dem Logo „Familienstützpunkt“.

„Familienstützpunkte sind die wichtigste Säule der Familienbildung“, sagt Christiane Matzewitzki. „Sie sind die Anlauf- und Kontaktstellen in der Nähe.“ Hier können alle Eltern einfach mal reinschauen, zum Beispiel ins Baby-Café oder in den offenen Eltern-Treffs. Würzburg startete 2011 mit drei Stützpunkten, zehn Jahre später sind es schon „sieben und ein Pünktchen“, berichtet Hülya Düber.

Eine Erwachsene und mehrere Kinder wandern auf einem Waldweg.

Familienstützpunkte bieten auch Vorträge und Elternkurse zu vielen wichtigen und spannenden Themen (ob zur Pubertät oder zur Medienerziehung). Außerdem organisieren sie zum Beispiel Outdoor-Aktivitäten, vom Spielplatz-Treff bis zum Waldvormittag.

Eine Frau verfolgt einen Online-Vortrag auf ihrem Notebook.

Und natürlich finden Mütter und Väter in Familienstützpunkten vielfältige Beratung: vor Ort und online, per Video. Die Familienstützpunkte laden auch Expertinnen und Experten ein, zum Beispiel die Kinderzahnärztin, die direkt in der Spielstube Fragen beantwortet, Wissen vermittelt und praktische Tipps für den Alltag mit Kindern gibt.

Mehrere Erwachsene und Kleinkinder auf einem Spielplatz.

Bei den Treffs für Mütter und Väter geben die Fachkräfte ganz nebenbei viele praktische Tipps. Und sie bekommen mit, was Eltern zurzeit beschäftigt. So können sie fortwährend ihr fundiertes Fachwissen und aktuelle Infos an die Familien weitergeben.

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Familienbildung: überall dort, wo Familien sind

Wenn Eltern Fragen, Sorgen oder Probleme haben, sollen sie nicht lange suchen. Sondern gleich in ihrer Nähe ein Angebot der Familienbildung finden. Ohne Anmeldung, ohne Termin. Angebote wie diese nennt man „niederschwellig“: Es ist ganz einfach, zum Beispiel beim offenen Treff mal reinzuschauen!

Damit der Kontakt noch leichter fällt, geht die Familienbildung auch dorthin, wo Mütter und Väter sind. Vielleicht ziehen die Teams mit der mobilen Bücherkiste zum Spielplatz. Oder sie verteilen mit dem Bollerwagen Infopakete für Familien im Viertel. „Sie sind bekannte Gesichter der Familienarbeit vor Ort“, erklärt Monika Kraft: Und als Lotsinnen für Eltern können sie an weitere Unterstützungsmöglichkeiten weitervermitteln.“

In Würzburg wurde ein Familienstützpunkt direkt an eine Einrichtung für geflüchtete Menschen angedockt. Dort werden nicht nur die neu angekommenen Familien betreut: „Auch Leute aus dem Viertel kommen aufs Gelände der Unterkunft“, schildert Hülya Düber. „Dabei fallen Hemmschwellen und Vorurteile auf beiden Seiten, die Geflüchteten lernen von uns und wir von ihnen.“

GESAGT

„Wenn Eltern einmal im Familienstützpunkt waren, dann kommen sie immer wieder! Die Grundidee ist, dass junge Familien sich hier treffen, ihre eigenen Netzwerke bilden und mit passgenauen Angeboten für die Erziehung ihrer Kinder gestärkt werden.“

Im Mütter-Treff: Drei Mütter beobachten entspannt lachend ihre Kleinkinder beim Spiel.

Voneinander lernen, miteinander das Elternsein leichter stemmen: Bei den Angeboten der Familienbildung können sich Mütter und Väter kennenlernen und vernetzen.